Sprachlos im Leben...

...so lautet das Motto der Katholischen Hochschulgemeinde im Sommersemester 2021.

Es verschlägt einem verständlicherweise die Sprache angesichts der aktuellen Entwicklungen in unserem Land, auf unserer Welt. Sofort hat man das Gefühl, das darf nicht sein, ich muss doch aufstehen, etwas tun. Oder ist diese Sprachlosigkeit vielleicht auch eine Zeit des Innehaltens – um seine Gedanken zu sortieren und all die Informationen, die so auf einen einströmen, zu verarbeiten? So entstehen dann auch wieder Möglichkeiten, ein Sprachrohr zu finden, Wege neu zu denken und zu verbalisieren.

Sprachlos bin ich aber auch, wenn mich etwas begeistert, wenn ich für eine Sache keine ihr würdigen Worte finde. Zur Zeit Jesu dürften viele Menschen wohl auch des Öfteren auf diese Art sprachlos gewesen sein, beispielsweise auf Grund seiner heilenden Taten und Worte. Hoffen wir, dass wir etwa beim Fußball-EM-Spiel Deutschland gegen Frankreich oder beim Open-Airstis-Konzert mit Graffiti-Kunst auch in solch positiver Weise sprachlos gemacht werden.

Sprachlos zu bleiben, mal gar nicht sprechen zu müssen, kann auch heilsam sein. Dies wird bei unserer Fußwallfahrt nach St. Jakob spürbar werden. Vielleicht ist es manchmal auch nicht schlecht, nicht ganz sprachlos zu sein, aber seine Sprache bewusst und gut zu wählen. Es wird allen gut tun, wenn beim Bundestagswahl-Check klare Worte fallen. Viel gesprochen werden wird bestimmt bei unserem Maifest, Pater Gregurs Jubiläumsfeier oder beim Zusammensein nach dem Anfangs- und Schlussgottesdienst. Zurück bleibt vielleicht aber auch vor allem das Lebensgefühl, mit Menschen live schöne Momente verbracht zu haben, davon im Alltag zehren zu können – das braucht dann keine Sprache.

Zusammen mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KHG wünsche ich allen ein Sommersemester voll positiver Sprachlosigkeit und einer guten, immer mal wieder sprachlosen und sprachbewussten Verständigung!

Dr. Thomas Groll, Hochschulpfarrer